Semlin, Semlin, wir fahren nach Semlin ...

vor 2 Monate, 3 Tage, 2 Stunden, 43 Minuten

.. so die Devise für das Jubiläumsjahr 2018. Mit anderen Worten: Eine angemessene Location für die 26. Albatros-Meisterschaften.

Jetzt mag sich der Eine oder Andere verwundert die Augen reiben ob der nicht identischen Zahlen bezüglich Jubiläum und Meisterschaft aber im Geburtsjahr des Albatros und somit im Jahre 0 gab es natürlich auch schon den erbitterten Kampf um die Krone des niedrigsten Scorers. Damals noch auf dem 6-Loch Platz in Wilkendorf und schwupps, 25 Jahre später schon auf der sich trotz der allgemeinen Trockenheit in Topzustand präsentierenden Anlage in Semlin. Das ist doch mal ein Aufstieg. Das von Sven ausgehandelte Arrangement, Übernachtung, Frühstück, zwei Runden Golf und, sozusagen als Sahnehäubchen nebst Kirsche, gemeinsames Abendessen am Samstag und ein Nudelbuffet am Sonntag, ließ wohl keine Wünsche offen. Auch für eingefleischte Wilkendorf-Fans gab es somit keinen Grund, dem Traditionsort der Albatros-VM nachzutrauern. So gesehen war es denn auch kein Wunder, dass 58 Meldungen eingingen und nach einer Absage demnach 57 Albatrosse am Samstag auf der Platzkombination B/C den Wettbewerb aufnahmen. Wie immer am ersten Tag handicapaufsteigend. Obwohl dies nun schon ein gewohntes Procedere der Meisterschaften darstellt, wurde in den Meldungen doch immer mal wieder ein Startzeit- oder Flightwunsch geäußert. Selbst dann noch als durch eine Rundmail nochmals auf die Ausschreibungen und den Modus verwiesen wurde. Das ist schon einigermaßen irritierend und lässt offensichtlich nur den Schluss zu, dass dargebotene Informationen nicht zur Kenntnis genommen (oder nicht verstanden ???) werden. Wie auch immer, das Feld konnte pünktlich auf die Runde geschickt werden. Birte Hankel, die aus gesundheitlichen Gründen lediglich die mitgereiste Fangemeinde komplettierte, stand als Starterin am ersten Tee bereit, verlor aber den Kampf um diese verantwortungs- und ehrenvolle Aufgabe an den von Semlin abgestellten Offiziellen. So blieb halt mehr Zeit zum Relaxen und für Schnappschüsse.

Bei Top-Wetter enterten dann die hochmotivierten Flights den Course, mitunter wohl auch übermotiviert, wie einige unerwartete Ergebnisse am Ende des Tages zeigen sollten. Jedenfalls war die gute Laune am Start noch unübersehbar und trübte sich hier und da erst nach den ersten zweistelligen Scores an verschiedenen Bahnen ein.

Bei den Damen "scharten" sich drei weitere Bewerberinnen um die Titelverteidigerin Finja Schüttler-Janikulla und reihten sich in das kleine aber feine Feld des Zählspiels ein. Mit Jeanette Promnitz und Conni Eckert kratzen aber zwei weitere Damen an der magischen Grenze von -30,0 und die paar Zehntel sollten bis zum nächsten Jahr verschwunden sein. In der offenen  Herrenklasse und den beiden Seniorenkonkurrenzen waren selbstredend die Meister des Jahres 2017 am Start und insbesondere bei den "grauen Panthern" waren spannende Rangeleien um die Plätze auf dem Treppchen zu erwarten.

Bei den Herren setzte sich nach Tag eins Burkhard Weber nicht ganz unerwartet mit 78 Schlägen an die Spitze des Tableaus. Ihm folgten Dirk Schönberg (83) und Sven Hampel (86). Auch die 87er Runde von Adrian Kaik war aller Ehren wert, reihte er sich doch damit in den illustren Kreis der 10 Albatrosse ein, die die magische Grenze von 90 Schlägen unterbieten konnten. Das Zählspiel folgt doch immer wieder eigenen Gesetzen, anders ist die Anzahl an dreistelligen Scores kaum zu erklären. Mag sein, dass hier und da doch unbewusst mehr riskiert wird, um die Schlagzahl niedrig zu halten, leider dann mit dem gegenteiligen Ergebnis. Im Stableford gibt es ja die Gnade eines schmucklosen Strichs, was im Zählspiel dann leicht mal eine 10 oder noch Schlimmeres bedeuten kann. Und anders als im Stableford, wo verlorene Punkte durchaus wieder aufgeholt werden können, klappt das halt nicht so gut wenn eine hoher Schlagverlust an einem Loch wieder ausgeglichen werden soll. Allein tröstlich, dass diese Schicksal auch ansonsten stabile und sichere Scorer erwischt (wie der zweite Tag zeigen sollte). Wie sah es nun bei den anderen Werttbewerben aus? Das Damenfeld wurde von Finja mit durchwachsenen 91 Schlägen angeführt, mit schon recht deutlichem Abstand folgten Evelyn Hörhammer (107) und Monika Saure (110). Zumindest der Kampf um die Plätze, in dem auch Susanne Richter mit 114 Schlägen noch nicht aussichtslos zurücklag, versprach für Tag zwei noch Einiges. Die Seniorenklassen beendeten die erste Runde wie folgt: Herren 50: Thomas Schurwanz mit 80 Schlägen vor Christian Kaik (84) und Thomas Arnhölter (dito), Carsten Boenisch mit 89 Schlägen in Lauerstellung. Herren 60: Michael Promnitz mit einer 86er Runde vor Wilfried Kulike (93) und Gerald Senftleben (dito), Eddy Hülsmann (94) und Dietmar Stein (96) in Schlagdistanz zu den Plätzen. Mit dererlei Informationen ging es also an die gedeckte Tafel und danach für die Wettkampfleitung an die Organisation von Tag zwei, was da heißt: Startliste aufstellen und Scorekarten drucken. Klingt einfach, ist es aber (mitunter) nicht. Zunächst erwies sich der wegen seiner Beschaulichkeit gewählte Rückzugsort als geplante Disco der in Feierlaune befindlichen Damenwelt. Bei den einschmeichelnden Weisen eines Roland Kaiser oder einer Vicky Leandros kann das tränenumflorte Auge nur schwer die flimmernden Buchstaben auf dem Monitor erkennnen. Das Organisationsduo erwog kurzfristig eine Geiselnahme, verknüpft mit der Forderung, in ein schlagerfreies Land ausgeliefert zu werden. Man entschloss sich dann doch, tapfer zu bleiben und die Arbeiten zu einem glücklichen Ende zu führen. Nun schien aber das erwähnte Liedgut auch den Drucker in seiner Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt zu haben. Jedenfalls lehnte er fürderhin jegliche Druckaufträge mit dem Hinweis ab, dass die soeben noch störungsfrei arbeitende Patrone nicht kompatibel sei (???). Bei der vorausschauend mitgeführten Reservepatrone hatte sich in der Originaverpackug der ansonsten integrierte Chip (ca. 5 X 5 mm) zwanglos von eben dieser Patrone getrennt. Nach diversen Fehlversuchen und Fummeleien, nebst eingeschwärzten Fingern, stand dann das Equipment wieder zur Verfügung und die Scorekarten in gewohnter Form bereit. Ebenso wie die Ungeduldigen Albatrosse an Tee 1 Course A am folgenden Sonntag.

Wie immer bildeten die potentiellen Sieger in den ausgespielten Konkurrenzen den Abschluss des Feldes, um von einem begeisterten Publikum empfangen und gebührend gewürdigt zu werden.

Hinter den nach und nach eintrudelnden Albatrossen lagen natürlich aufreibende Diskussionen mit dem ratgebenden Caddy ...

... oder das akribische Lesen der verschiedenen Grüns ...

... andere wiederum waren eher tiefenentspannt.

Was aber letztlich zählt ist ja bekanntlich das,  was hinten rauskommt (so ein verstorbener ehemaliger Bundeskanzler). In diesem Falle die erzielten Schläge in den zurückliegenden beiden Runden und das sollten möglichst wenige sein. Ehre, wem Ehre gebührt und somit der niedrigste Scorer zuerst: Burkhard Weber verteidigte seinen Titel bei den Herren mit 160 Schlägen. Auf den Plätzen landeten Dirk Schönberg (165) und Sven Hampel (172). Bei den Damen siegte wie im Vorjahr Finja Schüttler-Janikulla (178) vor Monika Saure (216) und Evelyn Hörhammer (222). Die Herren 50 steuerten die einzige größere Überraschung bei, da der nach Tag eins mit der zweitbesten Runde Führende an Tag zwei einige Schläge aufsattelte und sich so aus den Preisen verabschieden musste. Dafür gab es dann wenigstens den Basler, über den sich Thomas Schurwanz aufrichtig freuen konnte. wink). Im Feld der Herren 60 ging am Finaltag weitgehend alles seinen Gang, Michael Promnitz war mit 182 Schlägen alter und neuer Meister in dieser Konkurrenz, Gerald Senftleben landete auf Platz zwei (189) und Dietmar Stein belegte den dritten Rang vor dem schlaggleichen Wilfried Kulike (190). Natürlich gab es wie immer auch besondere Belobigungen für die Sieger der Sonderwertungen. Für die längsten Drives sorgten Finja und Sven und dem Fahnenstock am nächsten kamen Evelyn und Adrian. Last but not least räumten auch die besten Netto-Punktesammler ab. In der C-Wertung waren dies Utta Kioschis, gefolgt von Sabine Gerlach und Gunter Dowe. Im Netto-B hielten sich Dirk Seiffert, Joe Dowling und Peter Lehmann schadlos und im A-Klassement setzte sich Adrian Kaik an die Spitze, der Curosch Chams-Mourkani und Uwe Hofmann hinter sich lassen konnte. Allen Siegern und Platzierten noch einmal an dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche. 

Als letzter Titel der Saison wird am kommenden Wochenende das Masters in Bad Saarow ausgespielt. Man darf gespannt sein.

In der Serengeti zu Gast…

vor 2 Monate, 2 Wochen, 5 Tage, 6 Stunden, 13 Minuten

... so könnte die Überschrift zum 5. Albatros-Cup der Saison 2018 lauten. Hatte doch die lang andauernde Hitzewelle auch in Prenden ihre Spuren hinterlassen.

Einzig auf dem Tee und an den Grüns hatte man nicht den Eindruck, sich auf einer Steppensafari zu befinden. Wie vereinzelten Printmedien in letzter Zeit zu entnehmen war, wurden an verschiedenen Orten schon Würgeschlangen gesichtet. Vielleicht ein Anblick, auf den man sich in Zukunft einstellen muss. Zumindest spart man sich dann fürderhin die teure Golfreise nach Florida. Wie auch immer, in Prenden waren derartige Begegnungen mit possierlichen Reptilien (noch) nicht zu beobachten. Stattdessen ging das 38er Feld geordnet auf die Runde. Traditionell nach mehr oder weniger intensiver Vorarbeit auf der Range.

Allerdings hatten die akribisch ausgeführten Übungsschwünge auf saftig-grasigem Untergrund nur begrenzte Aussagekraft bezüglich der suboptimalen Bodenbeschaffenheit auf dem Course. Teilweise war nur schwer erkennbar, dass es sich im Prinzip um eine Rasenfläche handeln könnte. Mitunter waren noch ein paar vertrocknete Hälmchen auszumachen, teilweise präsentierte sich die Spielunterlage in ihrer vollen Pracht als märkische Streusandbüchse (um hier mal den "Alten Fritz" zu zitieren). Insofern konnte es zeitweilig problematisch sein, den Schläger unter den Ball und denselben in die Luft zu befördern. Das war in diesem Falle aber auch nicht unbedingt erforderlich, da der harte Boden und der damit verbundene Roll erstaunliche Weiten ermöglichte. So gesehen hatte das Schlechte auch wieder sein Gutes und nicht wenige Albatrosse konnte diesen Umstand zu ihrem Vorteil nutzen und beachtliche Punkte auf das Cup-Konto buchen. Nicht ganz unwichtig, bei nur noch zwei ausstehenden Cup-Wettbewerben. Anders als sonst üblich, stand nicht die C-Konkurrenz bei den zu bestaunenden Unterspielungen im Mittelpunkt, sondern, man höre und staune, die Recken im A-Klassement. Nicht weniger als fünf Unterspielungen standen am Ende deren jeweils zwei in der B- und C-Wertung gegenüber. Das sieht man auch nicht alle Tage. Ebensowenig allein sechs Mal 40 Punkte und mehr (!). Den Vogel schossen hier im übertragenen Sinne Achim Freier und Evelyn Hörhammer mit jeweils 48 Zählern ab. Dabei sorgte Evelyns Unterspielung dafür, dass sie mit einer neuen Stammvorgabe von 28,8 bei der bevorstehenden VM in Semlin in den "Genuss" des Zählspiels kommen wird und damit das Damenfeld, das um den Titel und die Plätze spielt, noch einmal erweitert.

Fast hätte dies auch bei Jeanette Promnitz geklappt, die mit 34 Zählern auf Platz drei in diesem Klassement landete aber einige pechöse Löcher verhinderten eine Verbesserung ihrer bestehenden Vorgabe von 30,5. Die paar Zehntel müssen dann halt im kommenden Jahr dran glauben.

Die B-Konkurrenz wartete, wie schon erwähnt mit zwei Unterspielungen auf. wobei sich Michael Kioschis mit 41 Punkten an die Spitze setzen konnte, gefolgt von Arno Winther mit deren immerhin 40. Somit weist sein Stammblatt wieder eine ordentliche 18,1 auf. Platz drei ging an Christian Bering, der mit 35 Nettos sicher im Puffer landete. In der schon lobend erwähnten A-Wertung belegte Robert Platz den selbigen dritten (37 Pkte.), hinter Torsten Hörhammer (dito). 

Franz-Daniel Mewes und Helge Grüß komplettierten dann das starke Ergebnis der A-Klässler mit jeweils 41 Zählern. Die beiden verbesserten sich damit jeweils auf die neue Vorgabe von 14,7 bzw. 14,6. Man bewegt sich also sozusagen im Gleichschritt in niedrigere Etagen. Mal sehen, was die VM hier noch für Überraschungen mit sich bringt.

Den Turniersieg schnappte sich Wilfried Kulike, der neben einer weiteren Unterspielung (38 Pkte.) 25 Bruttos ins Clubhaus brachte. Als jüngster "Sechziger" im illustren Feld der Veteranen ist in dieser Form bei der VM auf jeden Fall mit ihm zu rechnen. Mal schauen, ob die Formkurve anhält, spannend wird es auf jeden Fall.

Insofern hoffen wir auf eine tolle VM in Semlin, bei hoffentlich perfekten äußeren Bedingungen. Zumindest an "Loch 19" können dann alle eine gute Figur machen (wenn es denn schon auf der Runde nicht geklappt haben sollte). Bis dahin.