Aus, aus, aus, das Spiel ist aus ...

vor 2 Jahre, 2 Monate, 3 Wochen, 2 Tage, 22 Stunden, 51 Minuten

... und so sehen die Meisterin und Meister sowie die Platzierten der 22. Vereinsmeisterschaften des GSV Albatros aus:

Aber bevor dieses schmeichelhafte Bild geschossen werden konnte, galt es an zwei Tagen die Anlage in Semlin ohne allzugroße mentale Aussetzer zu umrunden. Zu frühmorgendlicher Stunde ging es mit der bewährten Kombination A/B los, noch bevor sich die hochsommerlichen Temperaturen in voller Pracht entfalten konnten. Nach absolvierter Bahn eins waren schon erste Anzeichen der Grundstimmung erkennbar und reichten von verhalten optimistisch bis zurückhaltend skeptisch.

Schon das erste Grün wies den "Königsweg" zu einem guten Score: Wer angesichts der vorhandenen "Lochplatte" nebst Besandung in zweifelhafter Kornstärke die Nerven behielt, konnte hier den einen oder anderen Schlag einsparen. Tatsächlich gelang dies auch hier und dort denn an Tag eins konnten immerhin neun Unterspielungen vermeldet werden. Selbstredend wirkte sich dies auch auf die zwischenzeitlichen Platzierungen aus. Bei den Herren setzte sich Titelverteidiger Burkhard Weber mit 74 Schlägen an die Spitze, was sich mit 40 Nettopunkten niederschlug und ihm eine neue Stammvorgabe von -4,6 bescherte. Dem wollte Carsten Boenisch nicht nachstehen, seine 80er Runde bedeutete den zwischenzeitlichen zweiten Rang und zudem mit 38 Nettozählern ebenfalls eine Verbesserung der Vogabe auf -8,1.

Auf den Rängen drei und vier folgten Dirk Schönberg und Christian Kaik (80 bzw. 82 Schläge). Insofern war zu erwarten, dass es am Folgetag bei konsistenter Spielkultur der Protagonisten wohl eher um die Frage gehen sollte, wer sich hinter Burkhard als Vizemeister einsortieren kann.

Hinter dem "Kleeblatt" an der Spitze des Tableaus reihten sich in demütigem Abstand die Senioren ein. Auch hier ein ähnliches Bild, der Titelveteidiger Michael Promnitz führte das Feld mit einer glänzenden 84er Runde an, gefolgt von Dietmar Stein und Achim Knopf (86 bzw. 87 Ballkontakte). Für alle drei bedeutete dies auch jeweils ein nagelneues Handicap. Michael verbesserte sich um zwei Zehntel auf -11,0 und Dietmar sowie Achim schraubten ihre Vorgabe so richtig in die unteren Etagen (von -19,5 auf -16,8 bzw. von -16,1 auf nunmehr -14,9). Hinter diesem Triumvirat lagen Gerald Senftleben (89 Schläge) sowie Curosch Chams-Mourkani und Lothar Klein (beide mit einer 90er Runde) in noch nicht völlig aussichtsloser Lauerstellung.

Bei den Mädels war das Bild überschaubarer. Durch anderweitige soziale Verpflichtungen oder sonstige gesundheitliche Defizite verhindert, war die eine oder andere Dame der diesjährigen VM fern geblieben. So nahmen Titelverteidigerin Rita Sielski, Jeanette Promnitz und Conni Eckert als Dreigestirn den Kampf um den Pokal in Angriff. Wie im letzten Jahr galt es, möglichst viele Punkte in der Netto- plus Bruttowertung zu sammeln.

Nach absolvierten 18 Spielbahnen hatte sich Jeanette schon etwas abgesetzt aber diese Spielform bietet immerhin die Möglichkeit, verlorenen Boden mit solidem Spiel wieder wett zu machen. Ein gänzlich missratenes Loch schlägt maximal mit dem Verlust von drei Punkten zu Buche. Im Zählspiel kann ein Aussetzer schon mal den ansonsten gelungenen Score um eine zweistellige Schlagzahl erhöhen.

So sah also die Lage bei dem Gerangel um die zu vergebenden Titel aus. Gleichzeitig ging es aber auch um eine gute Zwischenbilanz bei den ausgespielten Nettowertungen. Hier glänzten mit jeweils 41 Punkten Noel Cleary, Udo Schaub und Bodo Seemann. Letzterer kam mit seiner Unterspielung auf eine neue Vorgabe von -22,3 und damit seinem Saisonziel (unter -20,0) einen beträchtlichen Schritt näher.

Auch Frank Bär konnte mit 39 Nettozählern glänzen und damit den Reigen der neun Handicap-Verbesserungen des ersten Tages abschließen. Nun  hieß es Kräfte sammeln, um am nächsten Tag das erarbeitete zu sichern und den Lohn der Mühe auch einzuheimsen. Bevor allerdings alle das im Preis includierte "Tellergericht" genießen konnten, galt es, den Turniertag geordnet abzuschließen und den zweiten Tag vorzubereiten. Das bedeutete: Ergebnisliste ausdrucken, Startliste festlegen, Score-Karten anfertigen. Hier war die Wettkampfleitung gefragt und mit Feuereifer ging es ans Werk. Zunächst hieß es die Kommunikation zwischen dem reaktivierten Vereinsdrucker und dem Notebook herzustellen. Trotz fachmännischer Hilfe und zusätzlich unter Ausschöpfung sämtlicher erlaubten und unerlaubten Mittel scheiterte dieses Projekt.


So kam der in weiser Voraussicht mitgeschleppte Drucker unseres Vizepräsidenten zum Einsatz und alles sah eigendlich nach einem frühen Feierabend der Offiziellen aus. Eigentlich. Aber nach Durchsicht der Score-Karten stellte sich heraus, dass diese die schon gespielte Kombination A/B aufwiesen und nicht die für den zweiten Tag geplante Variante B/C. Also alles auf Anfang, Kartenrohlinge waren in ausreichender Menge vorhanden, es konnte losgehen. Rohlinge da, Tinte nicht. Also musste diese Aufgabe zu den freundlichen Mitarbeitern am Counter ausgelagert werden. Nach diversem Rumfummeln, nicht druckreifen Flüchen und einige alkoholische Getränke später hielt man dann die ordnungsgemäßen Scorekarten in den verschwitzten Händen.

Am nächsten Morgen ging es also auf dem B-Course in umgekehrter Reihenfolge los. Nun aber nicht nach Stammvorgabe sondern nach der am Vortag "erarbeiteten" Schlagzahl. Frei nach dem Motto: Je höher desto früher. So sah sich mancher dann doch zu einer zeitigeren Stunde am ersten Tee als die individuelle Planung vorgesehen hatte.

Dessen ungeachtet konnte die vorhandene sonnige Stimmung mit der Großwetterlage durchaus konkurrieren und somit stand einer entspannten Runde, dann auch über den nicht so häufig auf dem Plan stehenden C-Course, nichts mehr im Wege.

Nun galt es also, die guten Ergebnisse des ersten Tages mindestens zu bestätigen besser allerdings noch auszubauen oder verlorenes Terrain zurückzuerobern. Hier zeigte sich, dass eben doch nicht alle Blütenträume reiften. Zunächst musste Rita nach absolvierten neun Löcher den Spielbetrieb einstellen. Gesundheitliche Probleme lassen sich nicht so ohne weiteres überlisten und wenn Kraft und Konzentration nachlassen, ist ein geordnetes Spiel  nur schwer umzusetzen. Von dieser Stelle gut Besserung und auf ein Neues im nächsten Jahr.

Allerdings wäre es auch sonst ein harte Nuss gewesen, Jeanette von der Spitzenposition zu verdrängen. An beiden Tagen zeigte sie solides Golf und ließ keinerlei Schwächen erkennen. Insofern ist ihr der Titel der Damenmeisterin neidlos zu gönnen. Auf Platz zwei landete Conni Eckert, die sich zudem den Preis für den "longest drive" sichern konnte. Die nächstfolgende Entscheidung betraf die Senioren. Michael ließ nichts anbrennen und fügte der 84er Runde von Tag eins eine 86 an. Das war dann von den MItstreitern nicht zu toppen und so war der alte auch gleich wieder der neue Meister. Dietmar stand ob seiner vorangegangenen Leistungsexplosion offenbar noch unter Schock und rutschte aus den Preisgeldern. Allerdings konnte er sich mit der Entgegennahme des beliebten Baslers trösten. Vielleicht sollte man auch hier Namen auf der Trophäe verewigen damit man mal schauen kann, wem so alles diese "Ehre" zuteil wurde.


Achim Knopf verteidigte hingegen seinen dritten Rang, wenngleich ihn die zusammengedaddelten 93 Schläge am Finaltag wohl nicht in Verzückung versetzt haben dürften. Meine Wenigkeit hatte da mehr Glück und die 87 Ballkontakte reichten für den Sprung auf das Treppchen. So war auch eine ärgerliche 7 (!!!) an der 16 (einem Paar drei !!!), nebst beschaulichem "Waldspaziergang" schnell wieder vergessen. Selbst ein Birdie hätte hier nicht genügt, um Michael von der Spitzenposition zu verdrängen.

Bei den Herren blieb Burkhard erneut unter 80 Schlägen und sicherte sich damit abermals die Meisterkrone. Müßig zu erwähnen, dass er seine Fähigkeit, den kleinen weißen Ball furchtbar weit und präzise schlagen zu können, durch den Gewinn beider Sonderwertungen untermauerte. Auf Platz zwei behauptete sich Carsten, der seinen Abstand von zwei Schlägen auf Christian absichern konnte. Weniger gut lief es bei Dirk. Nach aussichtsreicher Position am Vortag ließ sich der Ball offenbar nicht widerstanslos im Loch versenken und so machten fünf Doppel- und ein Triplebogey alle Hoffnungen zunichte.

Aber als Trostpflaster blieb ja noch die Netto-Wertung und insofern waren die guten Runden des Starttages nicht ganz vergebens. Wie unschwer zu erkennen ist, konnte sich Dirk doch noch auf dem Siegerfoto verewigen lassen, indem er in der Nettowertung der Klasse A den ersten Platz belegte. Ihm folgten Eddy Hülsmann (der im Rahmen der VM auch als diesjähriger Matchplay-Sieger geehrt wurde) und Curosch Chams-Mourkani. Auch Dietmar hielt sich mit Rang zwei in Netto-B schadlos (neben dem schon erwähnten "Ehrenpreis" für ausufernde Schlagdifferenzen zwischen den beiden Runden). Noch besser machte es der vor ihm platzierte Noel mit den o.g. 44 Punkten am ersten Tag, denen 35 an Tag zwei folgten. Dritter wurde Franz-Daniel Mewes, der das familieninterne Duell damit für sich entschied. Last but not least sind auch die Ergebnisse der C-Wertung zu nennen, schon alleine deshalb weil der diesbezügliche Sieger Udo Schaub als einziger Teilnehmer des gestarteten Feldes an beiden Tagen eine Unterspielung auf den Rasen zimmern konnte. Hinter ihm reihten sich Christian Bering und Bernhard Koch -Zickwolf ein, der seinen unerwarteten Preisgewinn mit einem isotonischen Getränk feierte.

Bevor aber das Siegerfoto nebst künstlichem Rindvieh entstehen konnte, hatten alle noch Zugriff auf das bereit gestellte Nudelbüfett, um die entleerten Glykogen-Speicher aufzufüllen und mit vollen Bäuchen den Heimweg anzutreten.

Als letzter Saisonhöhepunkt wird noch das Masters am 27.09. in Bad Saarow auf dem Nick-Faldo-Course ausgetragen und mit der Meisterin und den Meistern stehen neben Titelverteidiger und Matchplaysieger die ersten Teilnehmer fest. Für das "Fußvolk" geht es in den nächsten beiden Turnieren noch darum, möglichst viele Punkte für die entsprechende Rangliste zu sammeln, um auch einmal die Aussicht aus einem der drolligen Topfbunker zu genießen.