Back to the roots

vor 1 Jahr, 2 Monate, 1 Woche, 3 Tage, 21 Stunden, 31 Minuten

Nach zwei Jahren Abstinenz kehrte der gelbe Vogel heuer in sein angestammtes "Nest" nach Wilkendorf zurück, um hier die Vereinsmeisterschaften "auszubrüten". Für diese Rückkehr sprach vor allem die Attraktivität der Plätze und natürlich die Tradition. Bekanntlich fanden hier die ersten Meisterschaften statt, wenngleich auch auf der immer noch betriebenen 6-Loch-Anlage. Bis 2013 ging es so weiter, allerdings im weiteren Verlauf auf den mittlerweile entstandenen Meisterschaftsplätzen. Pleiten, Pech und Pannen an der gastronomischen Front führten dann zu einem Wechsel nach Semlin. Zweifelsfrei sind hier die diesbezüglichen Rahmenbedingungen perfekt, dafür fehlt jedoch wiederum die Qualität eines "Sandy Lyle". Aber irgendwas ist ja bekanntlich immer. 

Jedenfalls gab die Fülle der Meldungen dem erneuten Wechsel des Veranstaltungsortes recht. 52 Albatrosse traten die Reise ins märkische Oderland an, darunter, und das war für die Meisterschaften besonders erfreulich, sieben Damen (inklusive einer Juniorin).

Da in den vergangenen Jahren mit Rita Sielski lediglich eine Albatrossin die Voraussetzungen für das Zählspiel aufweisen konnte, war zu dem Konstrukt einer Sonderwertung gegriffen worden, wobei die erspielten Netto- und Bruttopunkte beider Tage addiert wurden und sich die beste Punktesammlerin zur Clubmeisterin küren lassen konnte. Auch in diesem Jahr wurde diese Spielform beibehalten, schließlich sollte Jeanette Promnitz ja ihren letzjährigen Titel verteidigen können. Es besteht aber die berechtigte Hoffnung, dass 2017 ein kleines aber feines Damenfeld im Zählspiel gegeneinander antreten kann. 

Neben der spielbereiten Weiblichkeit griffen wie gewohnt die Herren und Senioren nach den ausgelobten Meisterschaftskronen. Die üblichen Verdächtigen starteten also handicapaufsteigend auf dem vermeintlich leichten Westside in die Titelkämpfe. Wobei allerdings einige Neuerungen zu bestaunen waren. So trat Christian Kaik als frisch gebackener Senior in der entsprechenden Konkurrenz an und Thomas Schurwanz griff erstmals seit Beitritt bei den Albatrossen in derselben "Gewichtsklasse" in den Wettbewerb ein. Zumindest nach der Papierform beide als heiße Titelanwärter. Aber auch Michael Promnitz mit seinem gewohnt soliden Spiel konnte sich durchaus Chancen ausrechnen.

Bei den Herren das gewohnte Bild: Burkhard Weber, seines Zeichens Titelverteidiger, ging als Favorit auf das erste Tee zusammen mit Dirk Schönberg und Carsten Boenisch, die ihm beide das (Golfer)Leben möglichst schwer machen wollten. Aber auch alle anderen, die sich zumindest im Netto Chancen ausrechneten, starteten mit entsprechendem Ehrgeiz in die Meisterschaften. Der Westside zeigte sich in einem Topzustand und eigentlich stand einem guten Score nichts im Wege. Die Sonne lachte was das Zeug hielt, der Wind säuselte unmerklich in den Bäumen, Getränke und sonstige Hilfsmittel waren ausreichend gebunkert. Und dennoch sah man am Ende der Runde nachdenkliche Gesichter und Blicke, die ins Leere schweiften.

 

Was war denn da los?? Nach diversen Interviews konnte der Grund für etliche Fragezeichen bei der Überprüfung der eigenen Scorekarte ausgemacht werden: Die Grüns hatten den einen oder anderen Schlag zusätzlich geschluckt und so waren Drei- und sogar Vierputts keine Seltenheit. Das zerrt natürlich an den Nerven und am Ende weiß man schon nicht mehr in welche Richtung und in welchem Tempo der Ball am sinnvollsten zum Loch zu bugsieren sei. Aber, alles kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken oder auch nur hängen zu lassen.

Neuer Tag, neues Glück und auf dem Sandy Lyle sollte sich noch so manche Scharte auswetzen lassen. In umgekehrter Reihenfolge ging es auf den Course, sodass die zu erwartenden Clubbesten in den letzten drei Flights das rettende Clubhaus erreichen sollten. Natürlich unter dem Jubel der schon wartenden Restalbatrosse. Ermattet von den durchgängig hochsommerlichen Temperaturen konnten sich nur einige an das 18te Grün schleppen und hielten dort Ausschau nach den eintrudelnden Champions (wie ist hier eigentlich die politisch korrekte weibliche Form, man will ja nichts falsch machen und sich dem Vorwurf des Chauvinismus aussetzen?). Mal aus dem oben angesprochenen Kräftemangel im Sitzen, mal in aufrechter Haltung.

Und so landeten denn die jeweils schlag- oder punktbesten des Vortages zu den finalen Putts auf dem letzten Grün. Zwar hatte man den Überblick innerhalb des eigenen Flights aber es konnten sich ja durchaus noch Verschiebungen in den Reihenfolgen ergeben und schon sicher geglaubte Plätze verloren gehen. Es zählt eben die Summe aus beiden Tagen und so mussten die drei Topflights noch etwas Geduld aufbringen ....

.... bis die Ergebnisse in den Rechner gehämmert und alsbald offiziell verkündet werden konnten.

Vorher galt es aber noch, den frisch gebackenen Matchplaysieger zu krönen. Und so überreichte der alte (Eddy Hülsmann) dem neuen Titelträger (Carsten Gersdorf) die formschöne Trophäe.

Was das eigentliche Kerngeschäft, die Würdigung der erspielten Ergebnisse der VM 2016, anbelangte, so standen wie immer zunächst die C-Klässler im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Auf Rang drei landete Christian Bering, der Ronny Klonnek und Adrian Kaik den Vortritt lassen musste. Adrian verbesserte dabei seine Stammvorgabe auf -28,5 und wird bei der nächsten VM die Gilde der Zählspieler erweitern. Offensichtlich sind noch unverbrauchte Augen beim Lesen der Puttlinie deutlich von Vorteil.

Aber auch Ronny Klonnek durfte sich über die neue Vorgabe von -29,7 freuen und kann dem zukünftigen Zählspielwettbewerb entgegenfiebern. Das ist dann noch einmal eine andere Hausnummer und ein missratenes Loch wird fürderhin nicht mehr nur mit dem Verlust von zwei Stablefordpunkten "belohnt" sondern kann leicht und locker den Score in ungeahnte Höhen treiben. Wie zu sehen war, konnten auch gestandene Golfer nicht immer ein zweistelliges Schlagergebnis an einzelnen Löchern vermeiden.

In der B-Wertung setzte sich Thomas Dahne an die Spitze, insbesondere durch seine Unterspielung am zweiten Tag. Nunmehr startet er mit der Vorgabe -15,3, was wohl (wenn die Chroniken nicht fehlerhaft sind) für ihn einen persönlichen Bestwert darstellt. Auf Rang zwei folgt Wolfgang Schütze. Zum dritten Platz wurde Helmuth Schüttler-Janikulla beglückwünscht, was allerdings dem Umstand geschuldet war, dass offensichtlich auch die Wettkampfleitung hitzegeschwächt zu mentalen Aussetzern neigte. Zwar stand unverkennbar der entsprechende Zunahme an der dritten Stelle des B-Feldes, gemeint war allerdings Finja. Da Hellmuth die Ehrung seiner Person nicht anzweifelte (schön dass die Turnierleitung als unfehlbare Instanz angesehen wird), fiel der Irrtum erst im Nachgang auf. Insofern kann sich Franz-Daniel Mewes schon mal in Vorfreude üben, da er bei passender Gelegenheit den entsprechenden Preis überreicht bekommen wird.

Die A-Konkurrenz wurde von Curosch Chams-Mourkani angeführt, der sich ebenfalls unterspielte (jetzt -12,4), gefolgt von Achim Knopf und Michael Promnitz. Mit großer Spannung wurden nun die Endergebnisse in den ausgespielten Konkurrenzen erwartet. Gemäß dem Motto "Ladies first" kamen zunächst die Damen zum Zuge. Rang drei erkämpfte Jeanette Promnitz und konnte somit Susanne Richter noch abfangen. Birte Hankel sicherte sich den zweiten Platz auf dem Treppchen, knapp geschlagen von Finja Sch.-J. (sorry, ist nicht bös gemeint aber in meinem Alter ermüdet die Wiederholung längerer Namen denn doch etwas), die zwei ausgeglichene Tage auf das Fairway zimmerte.

Bei den Senioren erwischte Curosch einen gebrauchten Tag und konnte seine Topplatzierung vom Vortag nicht verteidigen. Das führte zwangsläufig dazu, dass andere in diese sich auftuende Lücke stoßen durften. Christian Kaik ließ sich nicht lange bitten und errang (nach diversen Titeln bei den Herren) nun auch die Krone der Veteranen. Seine 166 Schläge bedeuteten gleichzeitig das zweitbeste Ergebnis der Meisterschaft. 

Ihm folgten im Gleichschritt Wilfried Kulike und Thomas Schurwanz, der nach misratener Startrunde auf dem Westside (siehe aussagekräftiges Bild oben) am zweiten Tag bravourös aufspielte und sich somit noch nach vorne schob.

Bei den Herren gab es ebenfalls eine Rochade, wenngleich weniger spektakulär. Burkhard fügte seinen Titeln der vergangenen Jahre einen weiteren hinzu und kann mit dem Graveur für die Verewigung auf dem "Pott" wohl schon mal über einen Mengenrabatt verhandeln. 159 Ballkontakte waren nicht zu toppen und auf diese Weise ließ er denn auch Dirk Schönberg und Carsten Boenisch hinter sich. Letzterer zog noch an Sven Hampel vorbei, der an Tag eins noch auf dieser Platzierung geglänzt hatte.

Nachdem nun alle Preise ihre Besitzer gefunden hatten, folgte das finale Gruppenbild mit Damen und alle hatten sich wieder lieb. 

Wer sich jetzt über den wenig amüsierten Herrn am rechten Bildrand wundert dem sei gesagt, dass natürlich auch wieder der beliebte Basler ausgelobt wurde. Sich in diese legendäre Liste eintragen zu dürfen war heuer Michael Kioschis beschieden. Wie man sieht, trug er es mit der nötigen Fassung (sowohl Trophäe als auch das Ergebnis). Mehr gibt´s nicht zu sagen.

 

 

 

Schick dass ich noch mal explizit erwähnt worden bin.Ging schon kopfschüttelnd nach vorne,denn ich hatte ja echt mies gespielt.
Dachte dann vielleicht doch es wäre der Preis für die rote Laterne, wo ich schon den Basler nicht erhielt (plädiere ab sofort für Basler umgekehrt).
Der Preis wird natürlich dem rechtmäßigen Besitzer übergeben und aus dem Gesamtsiegerfoto müsst ihr mich 'rausretouchieren'.

Gruß Helmuth
P.S.vielleicht sollte Finja unter Schüttler und ich unter Janikulla starten,dann kann so etwas nicht mehr passieren.