“Eines langen Jahres Reise ...”

vor 1 Jahr, 2 Wochen, 1 Tag, 5 Stunden, 18 Minuten

... endet für die Albatrosse traditionell in Semlin zum abschließenden Scramble.

War man in den vergangenen Jahren von spätsommerlichen Temperaturen verwöhnt, so konnte dieses Mal die sonst im Kleiderschrank ein freudloses Dasein führende Regenbekleidung ausgeführt werden. Der Wetterbericht hatte durchgängige Nieselschauer in Aussicht gestellt und insofern beherrschten aufgespannte Regenschirme das Bild am ersten Tee.

Allerdings war das leichte Gepiesel nur von kurzer Dauer und so konnte es gut gelaunt und mit nur gelegentlicher Bewässerung von oben auf die Runde gehen. Wie üblich stand die Kombination A/B auf dem Programm und sollte mit möglichst wenig Schlägen bewältigt werden.

Immerhin 14 Paarungen und somit 56 Golfbegeisterte machten sich also ans Werk, um am Ende des Tages entweder mit sich zufrieden oder im Besitz der ausgelobten Preise zu sein. Im Idealfall sogar beides. Das regennasse Geläuf erschwerte den sonst federnden Gang der Albatrosse und ermüdete nicht nur hier und da die Zeibeiner sondern mitunter auch lauffreudige Vierbeiner. Bei Letzterem mag allerdings die aufkommende Langeweile, bedingt durch ungewohnten Leinenzwang und häufige Wartepositionen, dazu geführt haben, dass alternative Fortbewegungsmöglichkeiten ausgetestet wurden.

Ob nun mit oder ohne motorisierte Unterstützung, für das Absolvieren der 18 Spielbahnen mussten rund 5 1/2 Stunden einkalkuliert werden. Nicht ohne Grund startet das Turnier ja schon zu früher Stunde und auf diese Weise konnten auch noch die letzten Flights bei akzeptablen Lichtverhältnissen ihre Schritte Richtung Terrasse lenken. Leider aber auch unter dem wieder einsetzenden Regen. Offensichtlich tat dies jedoch der guten Laune keinen Abbruch, wahrscheinlich auf Grund der Vorfreude auf das zu erwartende Buffett (oder auf trockene Socken).

Die Herren der Schöpfung waren teilweise wohl noch im Wettkampfmodus, sodass ein fotogenes Lächeln mitunter nicht gelingen wollte.

Vielleicht wirkten die Damen aber auch deshalb so freudig entspannt weil ja leichter Nieselregen gut für den Teint sein soll. Darauf legen offenbar (vor allem bärtige) Kerle weniger Wert. Wie auch immer, beim Stelldichein an der gedeckten Tafel hellte sich auch noch die letzte dunkle Miene wieder auf. Damit kein verspäteter Neid bei den Daheimgebliebenen aufkommt, wird an dieser Stelle auf eine detailierte Schilderung der angebotenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen verzichtet. Ebenso wie auf einschlägiges Bildmaetrial. Wort und Bild geben ohnehin nur in begrenztem Umfang das Dargebotene wieder, man muss schon selbst vor Ort gewesen sein.

Nachdem nun alle Anwesenden diverse Gänge zum Buffett absolviert und insbesondere der Desserttafel mehrere Besuche abgestattet hatten, folgten die letzten offiziellen Schritte im abgelaufenen Wettspieljahr. Zunächst war es traurige Pflicht, noch einmal an Thomas Bergmann zu erinnern, der in diesem Jahr für alle völlig unerwartet im Alter von 59 Jahren verstorben ist. Auf Anregung einiger Mitglieder hatte der Vorstand zu einer Spendenaktion zu Gunsten der hinterbliebenen Kinder aufgerufen, an der sich viele Albatrosse beteiligten. Im Namen des Vereins, der Thommy als Gründungsmitglied und langjährigem Präsidenten viel zu verdanken hat, wurde aus der Vereinskasse ebenfalls ein Betrag gespendet. Der Gesamtbetrag wurde im Rahmen unseres Jahresabschlusses an Dieter Bergmann überreicht, der für die weitere Verwendung Sorge tragen wird. Nach einer Schweigeminute sollte dann die Ehrung der Sieger und Platzierten in der Albatros-Cup-Wertung und dem absolvierten Scramble folgen. Von den "Cup-Prämierten" waren immerhin sieben auch beim Scramble zugegen und reihten sich in das abschließende Gruppenbild (mit Hundedame) ein.

Die besten Paarungen im 2er-Scramble standen natürlich selbsredend im Mittelpunkt des offiziellen Jahresabschlusses und wie immer hatten die Brutto-Sieger den ersten Zugriff auf die bereit gestellten alkoholischen Getränke. Diese Mal gab es eine kleine Überraschung denn nicht die mit niedriger Vorgabe gestarteten Favoriten landeten auf dem obersten Treppchen sondern mit Peter Grohmann und Gastspieler Thomas Junge brachte ein Duo eine Paar-Runde ins Clubhaus, mit dem wohl niemend rechnen konnte. Hier passte offenbar an dem Tag alles zusammen und der Scramble-Sieg mit 36 Brutto-Zählern war die verdiente Belohnung. In der A-Konkurrenz setzten sich Daniel Zander/Manuel Brunow mit 52 Punkten durch, gefolgt von Bianka und Christian Kaik (51 Pkte.) sowie Jeanette und Michael Promnitz (48 Pkte.). Die Erstplatzierten in der B-Wertung (Jörg und Reiner Mewes) hatten schon den Ort ihrer Ruhmestat verlassen, sodass Kathleen und Hellmuth Schüttler-Janikulla mit erspielten 47 Nettos nachrückten. Ihnen auf den Fersen folgten Sylvia Richter/Gerald Senftleben (45 Pkte.) und auf Platz drei Susanne Richter mit Gastspieler Achim Bloch (ebenfalls 45 Pkte.). Last but not least errangen Kerstin Rentner/Bernd Manske mit 53 Netto-Zählern Platz eins in der C-Klasse. Ein Punkt weniger reichte für Steffen Duttke/Marco Greupner zu Rang zwei und Michael Wallroth erkämpfte nebst seinem Sohn als "Ersatzmann" mit 49 Nettos die letzten verbliebenen "Spitzenweine aus besten Lagen" (so steht es jedenfalls im Werbeflyer von Norma).

Jetzt richtet sich der Blick bereits auf die kommende Saison und der Termin für die Saisoneröffnung auf Usedom ist mit dem 31.03. bis 02.04. schon mal festgezurrt. Man sieht sich, bleibt alle gesund und kommt gut durch die kalte Jahreszeit.